Unsere Großeltern haben uns noch vom „Erbfeind“ Frankreich erzählt und vom Chlorgas, mit dem man sich gegenseitig fürchterliche Verletzungen zugefügt hat. Unsere Eltern haben uns vom „Blitzkrieg“ erzählt, von sinnlos gefallenen Verwandten und von der Kriegsgefangenschaft. All das betraf Franzosen wie Deutsche gleichermaßen. Eigentlich ein guter Grund, sich für lange Zeit zu misstrauen.

Vor diesem Hintergrund ist schon mehr als erwähnenswert, dass nur acht Jahre nach Kriegsende eine Städtepartnerschaft zwischen Epernay und Ettlingen zustande kam, als zweite zwischen einer deutschen und einer französischen Stadt überhaupt. Noch mehr ist hervorzuheben, dass diese Städtepartnerschaft nach 65 Jahren noch aktiv gelebt wird.

Das ist neben der Stadt Ettlingen, die diese Partnerschaft in die Wege geleitet und weiter unterstützt hat, vor allem das Verdienst vieler Menschen in Vereinen und Organisationen, die über viele Jahre hinweg das Kennenlernen gepflegt und so das Misstrauen beseitigt haben.

Viele Vertreterinnen und Vertreter dieser Vereine und Organisationen und der Stadt Ettlingen waren nun in Epernay, um diese 65 Jahre zu feiern.

Eine Besonderheit boten der Lauftreff, der mit seinem Stafettenlauf über 400 km für Aufmerksamkeit in Epernay sorgte und der Künstler Werner Bentz, der mit seiner Ausstellung Ettlingen in Epernay sichtbar machte.

Möge diese Städtepartnerschaft noch für viele Jahre bestehen bleiben und allen, die heute wieder dem übersteigerten Nationalismus das Wort reden, den Weg zeigen, der besser für alle Menschen ist.

Dr. Albrecht Ditzinger
Fraktionsvorsitzender

KW 25/2018

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