Über lange Jahre hinweg wurden größere Baumaßnahmen durch den Gemeinderat auf der Basis einer Kostenschätzung genehmigt. Genehmigt wurden die voraussichtlichen Kosten, also ein fester Betrag. Nun möchte die Verwaltung diese Vorgehensweise ändern und von vornherein eine Kostenspanne von plus/minus 40 oder 20 Prozent als Basis der Genehmigung verwenden. Kostet also beispielsweise eine Baumaßnahme voraussichtlich 2 Millionen, so soll der Rat eine Spanne von bis zu 2,8 Millionen genehmigen.

Basis dieser Überlegungen ist zwar eine DIN Norm und die HOAI, die solche Spannen vorgibt, aber trotzdem ist diese Vorgehensweise für uns nicht akzeptabel, ganz einfach aus dem Grund, weil keine Bürgerin und kein Bürger dies verstehen würde. Wenn der oft zitierte Häuslebauer mit dem Ansinnen „das Haus kostet 500.000,00 Euro, es können aber auch 700.000,00 Euro sein“ konfrontiert würde, so käme der Bau wohl kaum zu Stande. Ganz zu schweigen von der kreditgebenden Bank, die bei solchen Zahlen wohl auch große Augen bekäme.

Wir hätten daher auch in Zukunft gerne eine einzige Zahl als Basis der Genehmigung einer Baumaßnahme, wobei uns klar ist, dass eine solche Zahl noch Unwägbarkeiten aufweist. Deshalb wird den Planern auch nicht der Kopf abgerissen, wenn es Abweichungen gibt. Aber wir wüssten im Falle von Kostensteigerungen gerne den Grund, denn auch wir sind den Bürgerinnen und Bürgern eine Erklärungen dafür schuldig, warum für eine Maßnahme mehr ihrer Steuergelder benötigt werden.

Dr. Albrecht Ditzinger, Fraktionsvorsitzender

Darf’s etwas mehr sein?