In der letzten Amtsperiode des Gemeinderates hat die CDU einen Schwerpunkt ihrer Anträge auf die Verstärkung des IT-Sektors in Ettlingen gelegt, unter anderem mit dem Ziel, die IT-Firmen untereinander zu vernetzen und Ansiedlungen solcher Firmen zu fördern.

Vergangene Woche fand mit der Veranstaltung „künstliche Intelligenz – Chancen und Risiken für unsere Arbeitswelt“ eine weitere Veranstaltung der Wirtschaftsförderung der Stadt Ettlingen für IT-Interessierte statt.

So lobenswert diese Veranstaltung ist und so professionell das Arrangement auch war, so hat mich doch eines sehr irritiert: Die Redner bezogen sich bei ihrem historischen Abriss der künstlichen Intelligenz auf amerikanische Wissenschaftler. Der Ettlinger Bürger Professor Karl Steinbuch, der Vater der Informatik an der Universität Karlsruhe und ein absoluter Vordenker in Sachen künstliche Intelligenz, blieb leider völlig unerwähnt. Dabei hat er Ende der 50er Jahre mit der „Lernmatrix“ eine tatsächlich funktionierende, lernende Maschine entwickelt und in seinem Institut die Basis für viele weitere Entwicklungen, von denen wir heute profitieren, gelegt. Dass er im hohen Alter extreme politische Ansichten vertrat, kann seinen wissenschaftlichen Leistungen keinen Abbruch tun.

Im persönlichen Gespräch musste ich dann feststellen, dass selbst Vertreter Ettlinger IT-Firmen mit dem Namen nichts mehr anzufangen wussten. Und das ist schade. Soll dieser Ettlinger Bürger wirklich dem Vergessen überlassen werden?

Dr. Albrecht Ditzinger
Fraktionsvorsitzender

KW 40/2019

Künstliche Intelligenz

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere