Von einer größeren Stadt in Süddeutschland erzählt man sich, man habe im Geldrausch hoher Gewerbesteuern Zebrastreifen in Marmorausführung angelegt. Später, als die Steuern dann nicht mehr so reichlich flossen, fehlten die Mittel an allen Ecken und Enden.

Der aktuelle Vorschlag der Stadtverwaltung, die Straßen im Bereich des Postgebäudes am Stadtgarten mit Porphyr, zu Kosten von mindestens 2,4 Millionen Euro pflastern zu lassen, erinnert etwas an diesen Fall. Um es einfach zu sagen: Kosten in dieser Höhe für einen Umbau der Straßen, der im Wesentlichen gestalterischen und weniger funktionalen Aspekten dient, sind uns bei weitem zu hoch.

Eine Pflasterung der Straße mit Porphyr halten wir für überzogen. Hier gilt es deutlich preiswertere Lösungen zu finden. In den 2,4 Millionen sind überdies allein 250.000,00 Euro für die Sanierung des Wasserspiels am Straßenrand enthalten. Auch hier können wir uns zur Kostenreduktion durchaus vorstellen, auf das Wasserspiel zu verzichten, da der Platz ja über den großen Brunnen inklusive Fontäne verfügt. Und wenn schon eine Änderung vorgenommen wird, dann sollte nicht nur die Gestaltung, sondern auch die Funktion überarbeitet werden. Insbesondere vermissen wir eine überzeugende Lösung für den Radverkehr.

In der Abstimmung konnten wir uns mit unserem „Nein“ leider nicht durchsetzen, der Ausschuss hat die Ausgabe genehmigt. Positiv ist allerdings, dass es uns offenbar doch gelungen ist, die Verwaltung im Nachgang zu einer überarbeiteten, preiswerteren Lösung zu bewegen.

Dr. Albrecht Ditzinger
Fraktionsvorsitzender

KW 47/2019

Was zu viel ist …
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