In seiner vergangenen Sitzung hat der Gemeinderat das „Praxisorientierte Einzelhandelskonzept“ auf den Weg gebracht. Es hat das Ziel, Hinweise für die weitere Entwicklung des Einzelhandels in Ettlingen zu geben und damit als Leitfaden für Entscheidungen im Gemeinderat zu dienen. So soll die wichtige Funktion des Einzelhandels als Garant einer lebendigen Innenstadt gefördert werden. Aktuell sind es vor allem zwei Bedrohungen, mit denen der Handel zu kämpfen hat.

Erstens ist natürlich der Internet-Handel eine stetig wachsende Konkurrenz. Hierzu empfiehlt das Einzelhandelskonzept die „Strategie der Erhöhung der digitalen Sichtbarkeit konsequent fortzusetzen“, z.B. über Google My-Business und die Ettlinger Platzhirsche. Dies deckt sich mit der Strategie der CDU-Fraktion, mit der wir seit 2016 regelmäßig Mittel zur Internet-Schulung der Ettlinger Einzelhändler und zur Einführung einer gemeinsamen Plattform bereitgestellt haben. So ist aus der seinerzeit von einem Experten diagnostizierten „Internet-Wüste Ettlingen“ inzwischen eine „Internet-Oase“ geworden, die allerdings weiter gepflegt und erweitert werden sollte.

Die zweite Bedrohung stellen nach wie vor die Märkte „auf der grünen Wiese“ dar. Ein Mittel, um hier gegenzusteuern, ist die aktualisierte „Ettlinger Liste“. Diese definiert ein Sortiment, das der Innenstadt vorbehalten bleiben soll. Auch wenn eine solche Beschränkung an der einen oder anderen Stelle zu Diskussionen führen kann, so unterstützen wir weiterhin diesen Schutzmechanismus für den Handel in der Innenstadt.

Dr. Albrecht Ditzinger
Fraktionsvorsitzender

KW 49/2019

Von einer größeren Stadt in Süddeutschland erzählt man sich, man habe im Geldrausch hoher Gewerbesteuern Zebrastreifen in Marmorausführung angelegt. Später, als die Steuern dann nicht mehr so reichlich flossen, fehlten die Mittel an allen Ecken und Enden.

Der aktuelle Vorschlag der Stadtverwaltung, die Straßen im Bereich des Postgebäudes am Stadtgarten mit Porphyr, zu Kosten von mindestens 2,4 Millionen Euro pflastern zu lassen, erinnert etwas an diesen Fall. Um es einfach zu sagen: Kosten in dieser Höhe für einen Umbau der Straßen, der im Wesentlichen gestalterischen und weniger funktionalen Aspekten dient, sind uns bei weitem zu hoch.

Eine Pflasterung der Straße mit Porphyr halten wir für überzogen. Hier gilt es deutlich preiswertere Lösungen zu finden. In den 2,4 Millionen sind überdies allein 250.000,00 Euro für die Sanierung des Wasserspiels am Straßenrand enthalten. Auch hier können wir uns zur Kostenreduktion durchaus vorstellen, auf das Wasserspiel zu verzichten, da der Platz ja über den großen Brunnen inklusive Fontäne verfügt. Und wenn schon eine Änderung vorgenommen wird, dann sollte nicht nur die Gestaltung, sondern auch die Funktion überarbeitet werden. Insbesondere vermissen wir eine überzeugende Lösung für den Radverkehr.

In der Abstimmung konnten wir uns mit unserem „Nein“ leider nicht durchsetzen, der Ausschuss hat die Ausgabe genehmigt. Positiv ist allerdings, dass es uns offenbar doch gelungen ist, die Verwaltung im Nachgang zu einer überarbeiteten, preiswerteren Lösung zu bewegen.

Dr. Albrecht Ditzinger
Fraktionsvorsitzender

KW 47/2019

Die Notwendigkeit, sparsam mit natürlichen Ressourcen umzugehen, ist nicht erst seit diesem Sommer, sondern schon seit Jahren allgemein bekannt.

Eine einfache Möglichkeit zum Ressourcensparen, die sich der Stadt Ettlingen anbietet, ist der weitgehende Verzicht auf Prospektmaterial, neudeutsch auch „Flyer“ genannt. Die CDU-Fraktion appelliert seit Jahren an die Verwaltung, zuletzt in den Haushaltsberatungen des letzten Jahres, die Flut der Flyer einzudämmen. Trotzdem quellen, wie man sich leicht überzeugen kann, die Regale weiterhin über, wobei sich der Eindruck aufdrängt, dass viele Flyer nicht zum angedachten Leser gelangen, sondern in den Papierkorb wandern. Hier sollte die Verwaltung nun endlich Ernst machen und sich bei jedem Flyer fragen, ob er denn wirklich so unerlässlich ist. 20-seitige Image Broschüren im DIN-A4-Format passen jedenfalls nicht mehr in die heutige Landschaft.

Viele Flyer lassen sich durch attraktiv gestaltete und vor allem einfach zu findende Internet-Angebote ersetzen. Wer im Sommer mit offenen Augen durch unsere Stadt geht, der sieht viele Touristen, die sich mit dem Smartphone in der Hand zu den Sehenswürdigkeiten unserer Stadt leiten lassen. Urlaubsreisen werden schon seit Jahren nicht mehr mit einer Anfrage ans Tourismusbüro der Stadt mit der Bitte um Prospektmaterial, sondern ganz einfach am Bildschirm geplant. Und auch auf Messen hinterlässt eine Stadt, die einen verantwortlichen Umgang mit natürlichen Ressourcen zeigt, garantiert den besseren Eindruck.

Dr. Albrecht Ditzinger
Fraktionsvorsitzender

KW 46/2019

50 Jahre Wilhelm-Lorenz-Realschule Ettlingen hieß es letzte Woche. Zu diesem Anlass gab es am 07.10.2019 eine „Geburtstagsfeier“ in der Aula der Schule. Herr König begrüßte alle geladenen Gäste. Die Schulband der Wilhelm-Lorenz-Realschule, sowie die Schulbands aus Rheinstetten, Rüppurr und Karlsbad begleiteten den Nachmittag musikalisch. Unter anderem gratulierte Bürgermeister Herr Dr. Heidecker der Schule.

Zu diesem Anlass gibt es aktuell eine Kooperation mit dem KIT Karlsruhe. Drei Gruppen von Studenten, geleitet von Herrn Professor Dr. Saile, erstellten zusammen mit den Schülern Entwürfe für einen neuen Schulhof.

Alle drei Konzepte enthalten an einer ruhigen Stelle ein Grünes Klassenzimmer, welches bei fast jedem Wetter genutzt werden kann. Die Schüler wünschten sich außerdem mehr Plätze zum Ausruhen, aber auch mehr Möglichkeiten in der Pause aktiv zu werden. Hierfür eigne sich ein Fußballkäfig, bei welchem die Fläche über dem Käfig zusätzlich genutzt werden könnte. Eine weitere Idee der Studenten ist eine FixFlex-Box. Diese Box soll Fix an einem Punkt stehen, jedoch Flexibel genutzt werden können, zum Beispiel als Kiosk-Box oder Spiele-Box.

Viele tolle Ideen haben die Studenten und Schüler zusammen erarbeitet.

Dieses Projekt möchten wir in der kommenden Haushaltsberatung 2020 berücksichtigen.

Selina Seutemann
Stadträtin

KW 42/2019

Er kommt!

In der letzten Sitzung gab der Gemeinderat seine Zustimmung zur Errichtung eines naturnahen Kindergartens für 20 Kinder. Wenn alles planmäßig läuft, soll schon im April 2020 die Eröffnung gefeiert werden können. Das war eine schnelle Umsetzung, wenn man bedenkt, dass die CDU-Fraktion erst im Frühjahr dieses Jahres den Antrag auf die Errichtung eines solchen Kindergartens gestellt hat. Herzlichen Dank an die Verwaltung für dieses zielstrebige Vorangehen.

Ein Glücksfall ist auch, dass sich erfahrene Erzieher mit Schwerpunkt „Naturkindergarten“ gemeldet haben, die großes Interesse an diesem Projekt zeigen. Realisiert werden soll der naturnahe Kindergarten nun für 3- bis 6-Jährige auf einer städtischen Wiesenfläche zwischen Naturfreundehaus und Waldrand. Zwei Bauwagen werden den Kindern als Unterschlupf bei schwierigen Wetterlagen dienen. Ansonsten gehört es zum Konzept, dass die Kinder sich bei Sonne, Wind, Regen und Schnee im Freien aufhalten, um mit viel Zeit Pflanzen und Tiere kennenzulernen, mit der Natur zu leben, sie Wert zu schätzen und dabei auch die eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

Mehr Infos kann man erhalten unter: www.ereignis-natur.de. Auf dieser Seite haben auch schon über 60 Eltern „am Naturkindergarten interessiert“ angeklickt und auf der Liste der Interessenten stehen auch schon 15 Namen.

Wir wünschen dem Naturkindergarten ein weiterhin gutes Vorankommen.

Elisabeth Führinger

KW 41/2019

In der letzten Amtsperiode des Gemeinderates hat die CDU einen Schwerpunkt ihrer Anträge auf die Verstärkung des IT-Sektors in Ettlingen gelegt, unter anderem mit dem Ziel, die IT-Firmen untereinander zu vernetzen und Ansiedlungen solcher Firmen zu fördern.

Vergangene Woche fand mit der Veranstaltung „künstliche Intelligenz – Chancen und Risiken für unsere Arbeitswelt“ eine weitere Veranstaltung der Wirtschaftsförderung der Stadt Ettlingen für IT-Interessierte statt.

So lobenswert diese Veranstaltung ist und so professionell das Arrangement auch war, so hat mich doch eines sehr irritiert: Die Redner bezogen sich bei ihrem historischen Abriss der künstlichen Intelligenz auf amerikanische Wissenschaftler. Der Ettlinger Bürger Professor Karl Steinbuch, der Vater der Informatik an der Universität Karlsruhe und ein absoluter Vordenker in Sachen künstliche Intelligenz, blieb leider völlig unerwähnt. Dabei hat er Ende der 50er Jahre mit der „Lernmatrix“ eine tatsächlich funktionierende, lernende Maschine entwickelt und in seinem Institut die Basis für viele weitere Entwicklungen, von denen wir heute profitieren, gelegt. Dass er im hohen Alter extreme politische Ansichten vertrat, kann seinen wissenschaftlichen Leistungen keinen Abbruch tun.

Im persönlichen Gespräch musste ich dann feststellen, dass selbst Vertreter Ettlinger IT-Firmen mit dem Namen nichts mehr anzufangen wussten. Und das ist schade. Soll dieser Ettlinger Bürger wirklich dem Vergessen überlassen werden?

Dr. Albrecht Ditzinger
Fraktionsvorsitzender

KW 40/2019